Ursprung des Schwibbogens

Heute ist der Schwibbogen ein zentrales Symbol der sächsischen Weihnachtstradition und weit über die Region hinaus bekannt. In der Advents- und Weihnachtszeit schmückt er Haus und Hof mit seinem warmen, festlichen Licht. Doch was sind seine Ursprünge ?

Die Tradition des Schwibbogens entstand im Erzgebirge, einer Region, die über Jahrhunderte vom Bergbau geprägt war. Bergleute verbrachten den Großteil des Tages unter Tage, besonders in den Wintermonaten sahen sie kaum Tageslicht. Vor ihrer letzten Schicht vor Weihnachten, der sogenannten Mettenschicht, trafen sich die Bergleute zu einer Andacht. Die Grubenlampen wurden halbkreisförmig über dem Eingang des Stollens, dem "Mundloch", aufgehängt. Der Schwibbogen ahmt vermutlich diese Form nach. 

Der erste Vorläufer eines Schwibbogens wurde 1726 vom Bergschmied Johann Teller in Johanngeorgenstadt aus Schmiedeeisen gefertigt und diente ursprünglich als Kerzenständer. Der älteste heute noch erhaltene Schwibbogen stammt aus dem Jahr 1740, ebenfalls aus Johanngeorgenstadt, ist ebenfalls aus Metall und hatte 11 Lichter.

Historische Recherchen lassen darauf schließen, daß die elf Lichtertüllen an die zwölf Jünger Jesu erinnern sollen. Die fehlende zwölfte Lichtertülle symbolisiert den Jünger Judas und diese wurde weggelassen, da Judas seinen Herrn Jesus verraten hat.

Heute gibt es Schwibbögen in allen möglichen Größen, mit klassischen & individuellen Motiven und mit unterschiedlicher Anzahl Lampen. Meistens wird aus ästhetischen Grunden eine ungerade Anzahl verwendet.